TGP am Ring - Bösiger holt auf

Der Truck Grand Prix am Nürburgring, 5. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship, hätte vor insgesamt 192.000 Zuschauern zu einem Markus Bösiger-Festival werden können – wäre eine bestimmte Problematik im GPS-Tempo-Kontrollsystem schon vorher bekannt gewesen. Bereits am ersten Tag demonstrierte der Schweizer Truck-Europameister seine derzeitige Überlegenheit. In einem aufregenden Zeittraining auf regennasser Piste, bei dem die Startplätze erst ganz zum Schluss vergeben wurden, holte er sich die Pole vor dem Spanier Antonio Albacete (MAN) und seinem tschechischenBuggyra-Freightliner-Team-Kollegen David Vrsecky. Das Quali-Race am Samstag war ebenfalls eine sichere Angelegenheit für Bösiger vor Albacete und dem MAN-Piloten Jean-Philippe Belloc (FRA). Hinter dem deutschen Lokalmatadoren Jochen Hahn (MAN) fuhr Vrsecky auf Platz 5 ein. Im folgenden Cup-Race schockten die beiden Buggyra-Piloten mit einem überlegenen Doppelsieg beinahe die Konkurrenz. Hahn kam auf einen von den Fans frenetisch gefeierten dritten Platz. Erst hinter MAN-ler Chris Levett (GBR) fuhr Albacete auf der 5. Position ein. Damit hatte der Schweizer nach seinem Pech in Nogaro wieder kräftig Punkte gut gemacht. Und am Sonntag ging es für Bösiger dann so weiter.

Erneut Poleposition im Zeittraining, und Buggyra-Doppelsieg im Quali-Race. Dritter wurde Local-Hero Hahn vor Albacete, wobei die Freightliner allerdings längst nicht mehr so überlegen waren wie in den bisherigen Rennen. Insbesondere der Deutsche schien den zweiten Atem gefunden zu haben und entpuppte sich als hartnäckigster Widersacher und absolut stärkster MAN-Pilot. Im abschließenden Cup-Race markierte das Buggyra-Duo dann gleich wieder eine Doppelspitze. Dahinter folgten erneut Hahn und Albacete. Bösiger sah schon wie der sichere Sieger aus, als er wenige Runden vor Schluss zu einer Durchfahrtsstrafe in die Boxengasse gewunken wurde. Dadurch fiel der Schweizer zunächst weit zurück, bevor er sich hinter Belloc wieder auf den 5.Platz vorkämpfen konnte. Den Sieg holte sich schließlich Vrsecky vor Hahn und Albacete. Doch dann begannen erst die Diskussionen um Bösigers Strafe. Der Langenthaler war als Polesetter beim fliegenden Start vor dem Ampelgrün von dem GPS-System mit 70,2 km/h gemessen worden – vorgeschrieben sind 50 bis 70. Doch die Telemetriedaten der Freightliner zeigten, dass beide Trucks zum angegebenen Zeitpunkt gerade mal 62 km/h schnell gewesen waren.

Die Buggyra-Techniker belegten denn auch anschließend durch Beispielrechnungen, dass das hier genutzte GPS-System auf Grund seiner zu geringen Messfrequenz-Zyklen nicht ausreichend genau ist. Zudem gibt es noch eine weitere kleine Fehlerquelle durch den Handstart des Messsystems. Die bisher eingeräumte Toleranzbreite müsste hier eigentlich massiv vergrößert werden. Aktuell ist Bösiger wohl zu Unrecht bestraft worden, ansonsten wäre er in der Gesamtwertung an Albacete vorbei gezogen.

Diese führt weiterhin Vrsecky mit 232 Punkten an, gefolgt von Albacete (216), Bösiger (210), Hahn (167) und Belloc (140).  Die Teamwertung ging an beiden Tagen klar an Buggyra mit Bösiger und Vrsecky vor Team Koller + Schwemmer und Team Frankie. Wegen der Absage der Rennen im englischen Donington gibt es nun eine etwas längere Pause, der 6. Lauf zur Truck-EM findet am 30. und 31. August im tschechischen Most statt.
 
 





 


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